Mit Ski und Snowboard die Kurve kriegen
Die Abfahrt ist zwar die Königsdisziplin, aber gelegentlich muss man auch da eine Kurve fahren.
Carven und Snowboarden haben das Kurvenfahren bedeutend einfacher gemacht. Wenn ich an die alten, schweren, überlangen Holzlatten aus den 90ern denke... uffa, und dabei war das damals das Non-Plus-Ultra...
Das Material macht vieles einfacher, aber es gehört noch mehr dazu, wie dieser Boarder zeigt:

Was macht also eine begeisternde Kurve aus?
Essentiell ist die Rotation des Oberkörpers.
Die Torsion des Torsos plus die Gewichtsverlagerung lösen gemeinsam die Kurve aus und bestimmen wesentlich den Kurvenverlauf. Anfänger haben Respekt, manchmal gar Angst, vor dieser Rotation, weil man sich talwärts wendet. Wer erst als Erwachsener mit dem Snowboard angefangen hat, kann sich sicherlich daran erinnern.
Das erste Ski/Snowboard-Training für den Oberkörper können Sie gleich, sitzend, am Computer vornehmen:
Ski/Snowboard-Kurven-Training am Computer
(Ich freue mich auf die Bemerkungen der Bürokollegen, bitte unten als Kommentar schreiben ;-)
Trainingsgrundlage (Experiment* A)
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Aufrecht sitzen, nicht unnötig anspannen, ruhig atmen
Arme zur Seite ausstrecken und mit den Fingern nach aussen zeigen
Mit den Augen starten, nach links schauen, dann den Kopf mitkommen lassen und schliesslich (gleichzeitig) Arme und Oberkörper folgen lassen.
Anschliessend testen Sie das Gleiche nach rechts.
Wichtig beim Drehen des Oberkörpers
Einige Punkte, auf die Sie unbedingt achten sollten:
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Die Drehung sollte in der Hals- und Brustwirbelsäule passieren. - Die ganz Cleveren drehen einfach auf dem Bürostuhl, aber das ist falsch, ausser sie nehmen den Drehstuhl mit auf die Piste.
Nicht einfach nur die Schultern nach links (rechts) ziehen, so dass die Oberkörper-Rotation wirklich in der Brustwirbelsäule passiert
Beobachten Sie, dass Sie zwischen Becken und Achseln rechts wie links gleich lang bleiben. Statt nur zu drehen, neigen viele Leute auch zur Seite. - Die Murmeltiere freuen sich über die Verneigung, sie ist aber weder nötig noch hilfreich und, je nachdem, auch nicht besonders gesund. Die ausgestreckten Arme helfen dabei die Länge seitlich zu gleichmässig zu belassen.
Training (Experiment* B)
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Der Kopf schaut gerade aus
Die Arme sind wieder ausgestreckt
Sie schauen geradeaus während Sie Arme und Brustkorb, gleichzeitig, nach links drehen
Dadurch bewegt sich der Oberkörper, die Brustwirbelsäule dreht sich z.B. nach links und in der Halswirbelsäule passiert automatisch eine Gegenbewegung, damit der Kopf weiterhin geradeaus schaut.
Anschliessend testen Sie auch hier das Gleiche nach rechts.
Wichtig dabei
Die Schwierigkeit ist, dass man Hals, Nacken und Schulterbereich dabei nicht anspannt. Dies ist u.a. ein Aspekt, den man in Alexander-Lektionen lernt.
Training (Experiment* C)
Probieren Sie dasselbe, diesmal ohne die Arme auszustrecken.
Passen Sie dabei auf, dass Sie nicht nur Ihre Schultern hin- und herziehen, statt wirklich die Drehung um die Wirbelsäule passieren zu lassen?
Vom Büro auf die Piste
Nun gilt es die Bewegung, welche Sie im Sitzen angeschaut und verfeinert haben, im Stehen umzusetzen, wiederum ohne sich zu verspannen und ohne die Balance zu beeinträchtigen.
Anschliessend können Sie diese bewusstere, und hoffentlich leichtere, Drehung auf der Piste austesten.
Auf was man achten sollte
Die Schwierigkeit liegt darin die Beine und das Becken ruhig zu lassen, ohne gegen die Oberkörper-Rotation zu ziehen oder zu drücken. Je lockerer das geht, desto mehr Spielraum bleibt für die Unebenheiten der Piste, das Atmen und die Entscheidungen, wo man hinfahren möchte.
So kommt Spass beim Fahren auf!
übrigens...
Oberkörper-Rotation ist beim Skifahren und Snowboarden permanent gefragt
Beim Snowboarder oben sieht man die Position der Schultern etwa 90° zum Berg, während das Becken leicht zum Berg hin gedreht ist. Die Oberkörper-Drehung braucht man also nicht nur, um die Kurve einzuleiten und zu fahren, sondern auch wenn man einfach passiert.
Natürlich gibt es kleine Unterschiede zwischen Snowboarden, Skifahren und Carven, aber dafür müssten wir auf die Piste.
Summa summarum:
Die Torso-Rotation besser verstehen, damit man nachher nicht wie die 'Kuh am Berg' steht.
Zum Verständnis des Wortes Experiment
Experiment im Sinne von etwas ausprobieren und etwas herausfinden. Das heisst nicht, dass man diese Experimente jeden Tag 20x machen soll. Im Gegenteil: es geht darum die Körperwahrnehmung zu schulen.

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