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Bequem aussehender, schöner Sessel zu verkaufen

Dieser Stuhl sieht bequem aus... also, auf den ersten Augenblick!

Nach einer Stunde weiss man überhaupt nicht mehr wie sitzen. Oder mit dem Worten einer Klientin:

Wegen so einem Stuhl habe ich jahrelang keine Romane fertig gelesen. Der Stuhl wurde schneller unbequem, als ich lesen konnte!

Kult oder Katastrophe?

Wer eine wahre Herausforderung sucht, die auch Alexander-Geschulte ans Limit bringt, der ist hier am richtigen Ort:

29. März 2011, Paris bei Christie's. Die Château de Gourdon Sammlung kommt unter den Hammer. Insgesamt über 1'200 Objekte, inklusive diese Rarität von Eileen Gray werden versteigert.

Ob einem dieser Art Déco Klassiker gefällt oder nicht, der stolze Preis lässt jeden verstummen:
Ausgerufen wird der berühmte Sessel "Transatlantique" bei ca. € 700'000!

Ein schöner Stuhl? Vielleicht, aber weder ergonomisch und auf die Länge auch nicht bequem. Eine schlechte Haltung ist vorprogrammiert.

Das gleiche gilt für Bürostühle: Teuer ist nicht gleich besser!

Warum dieser Stuhl so schwierig ist zum gut darauf Sitzen?

  • Die Sitzfläche unterstützt die Person zu wenig
  • Die Sitzfläche ist zu tief
  • Die Rückenlehne ist zu weit hinten und zu tief

Das heisst auch mit langen Beinen wird der Rücken rund, wenn man versucht sich anzulehnen.

Man sitzt auf diesem Stuhl wie eine Schildkröte auf dem Rücken, genauso hilflos, aber weniger bequem.

Kann man sich retten?

Ja, natürlich hilft die Alexander-Technik auch auf einem - teuer hin oder her - miserablen Sessel passabel zu sitzen. Für Romane mit mehr als 20 Seiten würde ich dennoch einen anderen Sessel empfehlen.

Um genau beschreiben zu können, wie man sich retten kann, bitte ich den neuen Besitzer mich für eine halbe Stunde kostenlos einzuladen, damit ich einen spezifischen, fundierten Kommentar abgeben kann.

Hintergrund zu Eileen Gray und der Sammlung Gourdon

Eileen Gray war eine irische Designerin. Sie wurde 1878 geboren und starb 1976 im Alter von 98 Jahren. Wenn sie tatsächlich täglich auf den von ihr designten Stühlen sass, könnte es die Investition dennoch Wert sein... oder sie hatte einfach einen ganz speziellen Sitzstil, den sie auch mit ihren Mitmenschen mittels des Designs teilen wollte.

Design-mässig hat sie auf alle Fälle vieles geleistet und erreicht. Den grossen Einstieg schaffte sie, als ihre Werke in Paris im Rahmen einer Ausstellung der Union des Artistes Modernes gezeigt wurden. Ihre Möbel sind von einer solchen Unverkennbarkeit, dass mehrere es ins New Yorker Museum of Modern Art (MoMa) geschafft haben und die Sammlerpreise entsprechend hoch sind.

Der Millionärs-Erbe Laurent Negro hat mit Hilfe des renommierten Art-Déco-Spezialisten Denis Doria eine äusserst umfangreiche Art-Déco Sammlung aufgebaut. Diese wird nun während drei ganzer Tage versteigert. Es wird erwartet, dass rund 60 Millionen Euro erlöst werden.
Der, auch nicht gerade günstige, dafür sicherlich umso schönere, Katalog zur Auktion der Sammlung Château de Gourdon kostet ca. 260 Franken und kann über den Link bei Christie's ersteigert werden.

Eigene Bewertung: Keine (2 Bewertungen)

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Christie's Auktion

Der scheinbar einzig verkaufte Eileen Gray Stuhl scheint das Fauteuil "Bibendum" zu sein. Dieser wurde zwischen 1926 und 1929 produziert. Es handelt sich um einen beige-farbenen "Club Chair".
Er ging mit €709'000 unter den Hammer.

Das gute Stück, welches oben abgebildet ist wollte offensichtlich doch niemand. Ich hoffe Christie's geht mir nicht wegen meines Kommentars an den Kragen...

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